28.02.2001: RegTP verlangt UMTS-Ausbau von allen Anbietern:

Die sechs Telekommunikationsunternehmen, die jeweils eine UMTS-Lizenz erworben
haben, müssen jeder ein eigenes UMTS-Netz aufbauen. Dies betonte der Sprecher der
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Harald Dörr, gegenüber
“heise online”: "Die Lizenzbestimmungen sahen dies von Anfang an vor." Änderungen seien
nicht geplant. Pläne zur Kooperation, die einige Telekom-Unternehmen geschmiedet haben,
sind demzufolge hinfällig.

Allerdings führt die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post laut Dörr mit den
Telekom-Unternehmen derzeit Gespräche, um einige Teile der Lizenzbestimmungen, die
"interpretationsbedürftig" sind, zu klären. Weitere Details hierzu nannte er nicht.

 

26.02.2001: Firmen wollen offenbar bei UMTS-Netzaufbau zusammenarbeiten:

Die Telekom-Konzerne, die bei der Versteigerung der sechs deutschen UMTS-
Mobilfunklizenzen im vergangenen Jahr zum Zuge gekommen sind, wollen einem
Zeitungsbericht zufolge beim Aufbau der Funknetze zusammenarbeiten und dadurch
Milliardenkosten einsparen. Die Unternehmen hätten bereits in ersten Gesprächen mit der
Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation ausgelotet, wie man
zusammenarbeiten könne, ohne die Lizenzauflagen zu verletzen, berichtete das
"Handelsblatt" am 26.02.2001. Ein Sprecher der Behörde habe dies auf Anfrage bestätigt,
hieß es. Durch eine Kooperation beim Aufbau der Netze könnten die Konkurrenten 20 bis
40 Prozent der Kosten sparen, was bei geschätzten Kosten von jeweils fünf Milliarden Euro
pro Anbieter Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro bedeuten könne, berichtete die
Zeitung zudem.

Im vergangenen Jahr hatten die Deutsche Telekom, Mannesmann, Viag Interkom, E-Plus
KPN , Telefonica/Sonera sowie Mobilcom/France Telecom jeweils eine der Lizenzen für je
rund 16,5 Milliarden DM ersteigert.

 

23.02.2001: Spanische Telefonica vollendet ersten UMTS-Test:

Die spanische Telefonica hat am 19.02.2001 verkündet, dass sie ihren ersten Test mit dem
kommenden Mobilfunkstandard UMTS erfolgreich beendet hat. Die Telefongesellschaft gab
weiterhin bekannt, dass der erfolgreiche Test ein entscheidender Schritt in Richtung der
Verbreitung des UMTS-Netzwerkes sei.

Telefonica hat im Jahr 2000 UMTS-Lizenzen in Deutschland, Italien, Österreich und der
Schweiz ersteigert. Allerdings zog sie ihre Gebot für Polen, Frankreich und Belgien zurück.
Grund hierfür war die Reaktion des Aktienmarktes auf die hohen Ausgaben für die
Verbreitung von UMTS.

Der Test wurde unter Laborbedingungen durchgeführt. Allerdings kamen auch mobile
Endgeräte zum Einsatz. Teilnehmer des Test waren Ericsson, Motorola und Nokia.
Getestet wurden Sprachübertragungen, Videokonferenzen und der Zugang zum Internet.

 

22.02.2001: Nokia-Chef Jorma Ollila warnt: “Erfolg von UMTS kein Automatismus”:

Der Chef des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia, Jorma Ollila, hat am Zweifel am
schnellen kommerziellen Erfolg der so genannten UMTS-Mobiltelefone geäussert. In einer
am 14.02.2001 vorab verbreiteten Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" zeigte er sich
kritisch, ob die hoch verschuldeten Telekom-Unternehmen Europas ihre Kosten wieder
hereinwirtschaften können. Es gebe keinen "Automatismus, dass dieses Projekt
funktioniert". Es werde "auf jeden Fall sehr lange dauern", bis sich UMTS rentiere. Er
verwies auf Konkurse von Telekom-Unternehmen in den USA.

Ollila unterstrich im Interview mit der "Zeit", dass auch sein Unternehmen auf den Erfolg der
neuen Technik baue, die voraussichtlich im Herbst 2002 marktreif wird. Der Verkauf
klassischer Handys, die man nur zum Telefonieren nutzen kann, werde nämlich künftig
langsamer wachsen. "Er wird nicht mehr jährlich um 50 bis 60 Prozent zulegen wie in den
vergangenen drei Jahren, sondern um 25 bis 50 Prozent", sagte Ollila.

Nokia hatte am 09.02.2001 einen weiteren Kursrutsch unter den Technologie- und
Telekom-Aktien angeführt: Nokias Aktienkurs war darauf binnen eines Tages um neun
Prozent gefallen und hatte den niedrigsten Wert seit 15 Monaten erreicht. Seit dem
Sommer vergangenen Jahres sind Nokias Aktien um 60 Prozent gefallen.

Nokias Konkurrent Ericsson hatte im Januar wegen anhaltender Verluste angekündigt,
seine Produktion von Mobiltelefonen ganz an eine Fremdfirma auszulagern. Dagegen sagte
Ollila: "Wir sind mit unserer eigenen Logik gut gefahren. Ich glaube nicht, daß ein
erfolgreicher Player auf diesem Markt in den nächsten drei, vier Jahren etwas durch
Outsourcing gewinnt." Ausdrücklich verwarf er "große Firmenkäufe" oder Fusionen. "Wir
wollen hier bei Nokia aus eigener Kraft wachsen."

 

21.02.2001: Siemens erhält zwölften UMTS-Auftrag in Europa:

Die Münchener Siemens AG hat zusammen mit dem japanischen Elektronikkonzern NEC
Corp einen Auftrag zum Bau des UMTS-Mobilfunknetzes in Monaco erhalten. Ein Volumen
für die Order der Vivendi-Tochter Monaco Telecom wollte ein Siemens-Sprecher am
19.02.2001 jedoch nicht nennen. Das Mobilfunknetz der dritten Generation werde von dem
NEC/Siemens-Gemeinschaftsunternehmen Mobisphere gebaut und im Sommer dieses
Jahres in Betrieb genommen, teilte Siemens mit. NEC liefere dabei die UMTS-Endgeräte,
die Siemens-Mobilfunksparte ICM das Kernnetz sowie UMTS-Anwendungen. Für den
Konzern sei dieser Auftrag das zwölfte UMTS-Abkommen in Europa.

 

20.02.2001: Infineon und Toshiba vereinen MPEG 4 und UMTS:

Infineon und Toshiba arbeiten gemeinsam an einer integrierten Video-Lösung für
GSM/UMTS-Geräte. Dafür sollen die Schnittstellen von Infineons Dual-Mode
UMTS/GSM-Basisband-IC und dem MPEG-4-Single-Chip-Codec von Toshiba kompatibel
gemacht werden.

Eine denkbare Anwendung von UMTS ist die Übertragung von Videodaten auf mobile
Geräte, etwa für Video-Telefonie. Der Dual-Mode UMTS/GSM-Basisband-IC M-GOLD von
Infineon und der MPEG-4-Single-Chip-Codec TC35273XB (T3) von Toshiba könnten damit
die Übertragung und (De)Codierung von MPEG -4-Videos auf kommenden Mobiltelefonen
ermöglichen.

Die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen sei ein wichtiger Schritt, um neue
leistungsfähige Endgeräte bereitzustellen, die mobile Kommunikation und Multimedia
vereinen, teilte Infineon mit.

Der im September 2000 vorgestellte M-GOLD von Infineon ist ein hochintegrierter Chip für
eine Dualmode-UMTS/GSM-Basisband-Lösung. Laut Infineon ist M-Gold die erste
Dualmode-Basisband-Lösung auf einem Chip. Durch seine Dualmode-Fähigkeiten
adressiere der Chip alle UMTS/WCDMA- und UMTS/WCDMA/GSM-Märkte. Nach einer
früheren Mitteilung soll der M-Gold Anfang 2002 auf den Markt kommen.

Der von Toshiba im Januar 2001 vorgestellte TC35273XB ist dagegen eine
Single-Chip-Lösung für einen MPEG-4-Codec mit geringer Leistungsaufnahme mit
integriertem 12 MBit Embedded-DRAM . Die Lösung soll laut Toshiba die
Batterielebensdauer in mobilen Videophonen im Vergleich zu entsprechenden Produkten
mit externem Speicher mehr als verdoppeln.

Infineon und Toshiba wollen laut der Mitteilung auf dem GSM World Congress in Cannes
(20. bis 23. Februar) einen Prototyp-Aufbau mit dem M-GOLD und dem TC35273XB zeigen.

 

19.02.2001: UMTS-Klage gegen Bund:

Die Bundesländer Baden Württemberg und Hessen haben Verfassungsklage gegen den
Bund eingereicht. Damit soll der Streit um die Beteiligung an den Versteigerungserlösen der
UMTS-Lizenzen endgültig geklärt werden. Eine Sprecherin des baden-württembergischen
Finanzministeriums begründete die Entscheidung damit, dass Bundesfinanzminister Hans
Eichel nicht bereit war, die Angelegenheit zu verhandeln. Eichel hatte in einem Brief erneut
abgelehnt, die Länder an dem Auktionserlös von 100 Mrd. DM zu beteiligen.

Das Bundesfinanzministerium zeigte sich gelassen über die Klage. Nach Aussage einer
Sprecherin wurde die Verteilung der Erlöse im Vorfeld rechtlich geprüft. Das Ergebnis sei
dabei eindeutig ausgefallen. Die Erlöse stünden einzig und allein dem Bund zu. Damit
werde die Klage der beiden Länder auch keinen Erfolg haben.

 

16.02.2001: Sunrise baut Schweizer UMTS-Netz ohne Nokia:

Die zur Tele Danmark SA gehörende Sunrise will Nokia bei der Vergabe der Bauaufträge für
die 4 Schweizer UMTS-Mobilfunknetze nicht berücksichtigen. Wie die "Neue Züricher
Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe berichtet, führt Sunrise als Gründe für den
Negativentscheid ungenügende Ressourcen Nokias und "schlechte" Erfahrungen der
ehemaligen Diax (heute Sunrise) mit den Finnen, an.

Sunrise würde jetzt nur noch exklusiv mit Ericsson verhandeln. Weder Sunrise noch
Ericsson kommentierten diese Informationen gegenüber der "NZZ". Nokia ist laut der
Zeitung für eine Einschätzung nicht erreichbar gewesen.

 

13.02.2001: UMTS-Playstation soll neuen Schwung bringen:

Die Sony-Entertainment-Sparte und die britische Vodafone haben am 13.02.2001 in London
eine strategische Allianz geschlossen. Gemeinsam wollen beide Unternehmen erkunden,
wie man Playstation und Mobilfunk zusammenführen kann.

Der eigentliche Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in der gemeinsamen Entwicklung
einer neuen Spieleplattform, die den breitbandigen UMTS-Standard ausnutzen soll. Von
Großbritannien ausgehend, soll diese, gewissermaßen eine UMTS-Playstation darstellende
Plattform später den europäischen Markt erobern. Bis es soweit ist, will man die
Kundschaft mit bescheideneren Diensten beglücken: Schon in naher Zukunft soll der
Playstation-Spieler Tricks und Tipps zum jeweiligen Spiel als Textbotschaft oder über den
WAP-Zugang des Handys abrufen können.

Sprecher beider Unternehmen zeigten sich von den positiven Impulsen der Zusammenarbeit
überzeugt: "Dies ist der erste Schritt in Richtung einer langen, anregenden Partnerschaft",
meinte Paul Donovan, Manager der Vodafone UK, recht euphorisch. Man könne nun eine
gezielte Strategie zum drahtlosen Spielen auf Mobilfunkbasis entwickeln. Chris Deering,
Chef der Sony Entertainment Europe, sieht für sein Unternehmen einen Schub bei der
Entwicklung von Mehrspieler-Lösungen voraus.

Bereits im vergangenen Monat ist Sony eine vergleichbare Partnerschaft mit dem führenden
japanischen Mobilfunkbetreiber, der NTT DoCoMo, eingegangen. Auch hier besteht das Ziel
in der Verbindung von Mobilfunkdiensten mit der Playstation.

Ressourcenhungrige Spieleanwendungen scheinen gut geeignet zu sein, die Möglichkeiten
der breitbandigen UMTS-Technik auszuschöpfen. Vielleicht können sie sogar als
Verkaufsargument dienen, um zahlende Kundschaft an die neuen Dienste zu binden. Für
die Mobilfunkanbieter würde damit die Hoffnung steigen, dass die UMTS-Milliarden
letztendlich doch einen lohnende Investition gewesen sind.

 

12.02.2001: Samsung entwickelt ersten 32-Megabit-Chip für UMTS-Handys:

Im Wettrennen um den ersten 32-Megabit-Chip für UMTS-Handys hat offenbar der
südkoreanische Halbleiterhersteller Samsung gewonnen. Das Unternehmen verkündete am
Montag in Seoul, es habe den ersten derartigen Random-Acces-Memory-Chip (RAM)
entwickelt. Er soll in den neuen UMTS-Handys eingesetzt werden. Im so genannten
Mobilfunk der dritten Generation versprechen die Anbieter den Nutzern schnelleren
Datenzugriff und Internetzugang.

Samsung erhofft sich spätestens ab Mai eine explodierende Nachfrage nach seinen neuen
Chips. Dann startet UMTS in Japan. In Deutschland wurden die Lizenzen bereits für einen
Milliarden-Betrag versteigert. Die Wettbewerber gehen davon aus, dass die UMTS-Netze in
Deutschland Anfang kommenden Jahres in Betrieb gehen.

 

09.02.2001: Schwaches Interesse bei UMTS-Lizenzvergabe in Belgien:

Bei der Vergabe der UMTS-Mobilfunklizenzen in Belgien hat sich am 08.02.2001 ein
schwaches Bewerberinteresse abgezeichnet. Wenige Stunden vor Ablauf der bis zum
Spätnachmittag laufenden Anmeldefrist gab die französische Suez Lyonnaise des Eaux
bekannt, dass sie sich nicht bewerben werde. Damit verblieben für die vier Lizenzen
voraussichtlich nur drei bereits auf dem belgischen Mobilfunk-Markt vertretene Firmen als
Bewerber: Proximus als Filiale des Ex-Monopolisten Belgacom, die
France-Télécom-Tochter MobiStar und die niederländische KPN . Als Mindestpreis pro
Lizenz hatte die Regierung 150 Mio. Euro (293 Mio. DM) festgesetzt.

Die UMTS-Lizenzen für multimediafähigen Mobilfunk in Belgien sollen ab dem 07.03.2001
versteigert werden und damit drei Monate später als bisher geplant. Nach Angaben des
Brüsseler Telekommunikationsministeriums will die Regierung die Kandidaturen am 16.
Februar bewerten. Trotz der zuletzt enttäuschenden Ergebnisse bei der
UMTS-Lizenzvergabe in Italien und in der Schweiz rechnet die Regierung mit Einnahmen
von einer bis 1,5 Mrd. Euro (1,96 bis 2,93 Mrd. DM); damit soll der Berg von Staatsschulden
abgetragen werden.

Nach Informationen der belgischen Tageszeitung "Le Soir" dürfte auch die als potenzieller
UMTS-Interessent gehandelte Firmengruppe Vivendi Universal auf eine Kandidatur in
Belgien verzichten. British Telecom , Deutsche Telekom und die belgische Firma Telenet
hatten ebenso wie die kanadische Gruppe Telesystem International Wireless (TIW) bereits
vor Wochen abgewunken.

 

06.02.2001: Orange will acht Milliarden Euro für UMTS-Geschäft ausgeben:

Der britische Mobilfunkbetreiber und Börsenanwärter Orange wird in den nächsten drei
Jahren voraussichtlich rund acht Milliarden Euro in das UMTS-Geschäft investieren. Der
UMTS-Bereich werde rund zwei Drittel der geplanten Gesamtausgaben bis 2003 in Höhe
von zwölf Milliarden Euro verzehren, sagte Jean-Louis Vinciguerra, Finanzvorstand der
französischen Muttergesellschaft France Telecom, am 05.02.2001 in Paris. Wegen der
benötigten hohen Ausgaben für die französischen UMTS-Lizenzen werde Orange in den
nächsten Monaten keine bedeutsamen Akquisitionen anstreben.

France Telecom sei zudem bereit der deutschen MobilCom, an der der französische
Konzern mit 28,5 Prozent beteiligt ist, bis zu einer Milliarde Euro zur Finanzierung des
UMTS-Geschäfts leihen, sagte Vinciguerra weiter. MobilCom hatte im August zusammen
mit der France Telecom eine der deutschen UMTS-Lizenzen ersteigert und dafür knapp 16,4
Milliarden Mark bezahlt.

 

02.02.2001: Deutsche Telekom bekundet Interesse an französischer UMTS-Lizenz:

Die Deutsche Telekom hat nach wie vor Interesse an einer französischen UMTS-Lizenz. Der
deutsche Konzern habe niemals definitiv Nein zu Frankreich gesagt, sagte
Telekom-Vorstand Ron Sommer der französichen Tageszeitung "La Tribune". Das
Unternehmen habe nur unter den bisherigen Bedingungen eine Bewerbung um eine
UMTS-Lizenz abgelehnt. Nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist diese Woche verfolge die
Telekom das Geschehen allerdings mit großer Aufmerksamkeit.

Um die vier französischen UMTS-Lizenzen hatten sich bis Ablauf der Bewerbungsfrist mit
France Télécom und der Vivendi Universal-Tochter SFR lediglich zwei Unternehmen
beworben. Aus diesem Grund überlegt die französische Regierung, die beiden anderen
Lizenzen unter geänderten Bedingungen noch einmal auszuschreiben. Als möglicher
Zeitpunkt dafür wurde bisher Ende 2001 oder Anfang 2002 genannt.

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